Hella Gerlach „Gelenkstellen“

Hella Gerlach „Gelenkstellen“

Hella Gerlach „Gelenkstellen“

Am 28.10. um 15 Uhr eröffnen wir mit der Künstlerin Hella Gerlach die Ausstellung „Gelenkstellen“. Wir freuen uns auf viele Gäste.

In ihrer künstlerischen Praxis untersucht Hella Gerlach die Korrelationen zwischen architektonischen, physischen und sozialen Körpern. In ihren Ausstellungen werden der Raum, die Kunstwerke darin und die Körper der Besucher zu einem zusammenhängenden Handlungsfeld verwoben.
In „Gelenkstellen“ steht eine neue Serie von Skulpturen im Vordergrund, die zunächst an Display-Strukturen oder Sockel erinnern. Allerdings hat Gerlach diese eher stabilen Strukturen auf fast zerbrechlich anmutenden Beinen platziert, so dass die Skulpturen in Bewegung geraten und durch den Ausstellungsraum zu wandern scheinen. Die Stabilität des Displays steht im Kontrast zu einer zerbrechlicher Mobilität: Einige Skulpturen scheinen zu stolpern oder gar miteinander zu kollidieren. Beine und Sockel werden durch Holzgelenke verbunden, die an die Bauweise traditioneller Fachwerkhäuser erinnern – die Gelenke geben Halt, weil sie elastisch genug sind, um Stöße und Bewegungen zu absorbieren.
Die Konzentration auf Verbindungs-Figuren ist in Gerlachs Arbeiten allgemeines Leitmotiv. Aufblasbare Skulpturen thematisieren dieses Motiv gleichermaßen: Ihre Formen können sich nur dann entfalten, wenn Atem in sie injiziert wird. Die plastische Materialität dieser „Floating Bodies“ ist stark und biegsam, aber abhängig von dem Element der Luft und der menschlichen Geste, einen langen, tiefen Atemzug zu nehmen. Nähert man sich diesen Skulpturen, bewegen sie sich, scheinen zu atmen, zu zittern, zu reagieren.
Diese, für die Künstlerin ‚offenen Körper‘ treffen in der Ausstellung im Kunstverein Jesteburg auf eine Reihe von Skulpturen, die an Stangen oder Balken erinnern. Diese langen Keramikstäbe gewinnen ihre Stabilität aus der Tatsache, dass sie in Stücke geteilt und dann mit Magneten verbunden worden sind. Die Magnete dienen als Verbindungspunkte, an denen die Objekte zusammen geführt werden, aber sie ermöglichen auch, dass man sie ineinander steckt, um unterschiedliche Formen zu erzeugen.
Obwohl sich die Werke in ihrer materiellen Qualität und Form unterscheiden, lenken alle Arbeiten in Hella Gerlachs Ausstellung die Aufmerksamkeit auf Gelenkstellen. Gelenkstellen, die die Stabilität der einzelnen Teile zu bedrohen scheinen, aber letztlich das Mittel dafür sind, alle näher zusammenzubringen.

Hella Gerlach, geboren 1977 in Köln, lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte experimentelle Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf, Kunstgeschichte an der Universität zu Köln und Produktdesign an der Köln International School of Design. Ihre Arbeiten wurden in institutionellen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland gezeigt.

Ausstellung: 28. Oktober 2018 bis 20. Januar 2019
Donnerstag – Samstag: 15 bis 18:30 Uhr

Kuratorenführung durch die Ausstellung am 01.11.2018 und am 01.12.2018 um 15:30

 

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